Metro AG
METRO nimmt Lieferantenrechnungen über EDI im EDIFACT-Subset EANCOM entgegen. Die Identifikation läuft vollständig über GS1-Stammdaten — GLN für die Beteiligten, GTIN für die Ware. Vor dem Echtbetrieb durchläuft jeder Lieferant eine verpflichtende Testphase.
Stand dieser Seite. Die öffentlich verfügbaren EDI-Richtlinien der Rechnungsverarbeitung von METRO stammen aus der MGP-Zeit und nennen Konzerngesellschaften, die inzwischen veräußert wurden. Der nachfolgende Rahmen dient daher der Orientierung und ist keine verbindliche Spezifikation. Maßgeblich ist die aktuelle Message Implementation Guideline, die METRO im Onboarding direkt aushändigt.
Einreichungswege
EDI Classic
Der Lieferant wandelt seine Rechnungsdaten mit einem eigenen EDI-Konverter oder über einen externen Dienstleister in das EANCOM-Format um und übermittelt sie an METRO.
Übertragung über X.400-Mailbox oder AS2 / EDIINT
Web-EDI
Browserbasierte Anwendung. Rechnungen werden offline erfasst und in konvertierter EANCOM-Form übermittelt.
Details richten sich nach dem eingesetzten EDI-Dienstleister
Zulässige Standards
- EANCOM 2002 (D.01B) INVOIC
- EANCOM 97 (D.96A) INVOIC
- Andere EDIFACT-Subsets oder -Versionen werden nicht akzeptiert.
Ausgetauscht werden ausschließlich zwei Belegarten: Rechnungen und Gutschriften. Von METRO ausgestellte Belastungsanzeigen dürfen nicht als EDI-Gutschrift zurückgespiegelt werden.
Stammdaten
| Identifikator | Anforderung |
|---|---|
| GLN | Identifiziert Lieferant, Rechnungsempfänger und Warenempfänger. 13-stellig inklusive Prüfziffer |
| GTIN | Identifiziert die berechnete Ware. 13-stellig inklusive Prüfziffer; GTIN-14 mit 14, GTIN-8 mit 8 Stellen |
| Lieferantennummer | Von METRO vergeben; eine EDI-Datei je Lieferantennummer |
| USt-IdNr. | Für Lieferant und Rechnungsempfänger erforderlich |
| IBAN / SWIFT | Bankverbindung ohne Leerzeichen zu übermitteln |
Die Stammdatenpflege liegt beim Lieferanten. Eine ungültige oder veraltete GLN führt zur Zurückweisung der Rechnung und verzögert die Fälligkeit der Zahlung. Die GLN von Rechnungs- und Warenempfänger kann sich zwischen Bestellung und Rechnung ändern.
Onboarding
| Phase | Inhalt |
|---|---|
| Vorbereitung | Ansprechpartner für EDI und Stammdaten werden festgelegt, offene Fragen zur Richtlinie geklärt, ein Zeitplan bis zum Echtbetrieb vereinbart |
| Test | Testdateien müssen echte Daten aus dem laufenden Geschäft enthalten und als Test gekennzeichnet sein. Papierrechnungen laufen parallel weiter. Zu jeder Testdatei gibt es einen qualifizierten Testbericht; Fehler werden korrigiert und eine neue Datei eingereicht |
| Produktion | Umstellung zu einem festen Termin. Ab dann werden keine Papierrechnungen mehr angenommen. Spätere Änderungen mit Auswirkung auf den Rechnungsinhalt sind abzustimmen und erneut zu testen |
Rechnungsregeln
- Eine Rechnung je Lieferschein. Die Lieferscheinnummer in den EDI-Daten muss dem physischen Lieferschein in Länge und Inhalt exakt entsprechen.
- Lieferscheinnummer, Lieferdatum und Bestellnummer des Kunden sind Pflichtangaben.
- Auch Rechnungen mit Gesamtbetrag null sind zu übermitteln.
- Beträge sind implizit positiv; die Belegart unterscheidet Rechnung und Gutschrift. Die Nachrichtenfunktion muss stets „Original“ sein.
- Maximal drei Steuersätze je Rechnung. Darüber hinaus ist eine weitere Rechnung zu erstellen.
- Retouren gehören nicht in die Rechnung — ausgenommen Pfandrückgaben. Mengen- und Preisdifferenzen werden über Gutschrift oder Belastungsanzeige abgewickelt.
- Fracht und Verpackung werden auf Rechnungsebene erfasst, Rabatte und Zuschläge auf Positionsebene.
- Innerhalb einer Datei stehen Rechnungen vor Gutschriften.
Fehlerbehandlung
- Ein Syntaxfehler weist die gesamte Datei zurück, nicht nur die betroffene Rechnung.
- Inhaltliche Fehler führen zur Zurückweisung einzelner Rechnungen und werden über ein EDI-Fehlerprotokoll gemeldet.
- Zurückgewiesene Rechnungen sind intern zu stornieren, zu korrigieren und erneut über EDI zu übermitteln — nicht in Papierform.

